Nebenberuflich Geld verdienen mit Pinterest – auch ohne Reichweite

Organische Pins, Idea Pins oder Ads – welche Option passt zu deinem Zeitbudget und wann lohnt sich welcher Weg wirklich? Ein ehrlicher Vergleich für den Einstieg.
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Als ich das erste Mal von Pinterest als Einkommensquelle gehört habe, dachte ich: „Klar, aber dafür braucht man doch tausende Follower." Ich hatte keinen einzigen. Mein Account war leer, meine Vorstellung von Pinterest als Geldquelle vage. Und trotzdem hat mich die Idee nicht losgelassen, weil überall stand, dass Pinterest anders funktioniert als Instagram oder Facebook – dass man hier auch ohne Reichweite starten kann. Aber wie genau? Und vor allem: Was macht man konkret, wenn man nach Feierabend nur eine Stunde Zeit hat?
Genau darum geht es in diesem Artikel. Nicht um große Versprechen, sondern um die realistischen Wege, die du mit Pinterest gehen kannst, wenn du nebenberuflich Geld verdienen willst – auch wenn dein Account heute bei null steht.
Warum Pinterest für Anfänger anders ist als andere Plattformen
Pinterest ist keine Social-Media-Plattform im klassischen Sinn. Es ist eine visuelle Suchmaschine. Das klingt nach einer Floskel, macht aber einen riesigen Unterschied: Deine Pins werden nicht nur Followern angezeigt, sondern Menschen, die aktiv nach Lösungen suchen. Ein Pin kann auch Wochen oder Monate nach dem Erstellen noch Klicks bringen.
Das heißt: Du bist nicht auf eine Community angewiesen, die dir folgt. Du brauchst keine Reichweite im klassischen Sinn. Du brauchst Pins, die gut gefunden werden und auf eine Seite verweisen, die Geld bringt – etwa einen Blogpost mit Affiliate-Link oder eine Landingpage.
Das ist der Grund, warum viele Anfänger Pinterest wählen. Aber es gibt drei Wege, die unterschiedlich viel Zeit, Geduld und manchmal auch Budget brauchen.
Die drei Wege: Organische Pins, Idea Pins und Ads
Organische Pins: der klassische Weg
Das sind die Standard-Pins, die auf eine externe Seite verlinken – also zum Beispiel auf deinen Blog oder eine Affiliate-Seite. Du erstellst ein ansprechendes Bild im Hochformat, schreibst einen suchoptimierten Titel und eine Beschreibung mit relevanten Keywords, und verlinkst auf deine Seite.
Was mir hier geholfen hat: Nicht jeden Pin von Grund auf neu designen, sondern mit Vorlagen arbeiten. Eine gute Vorlage passt du farblich an, tauschst den Text aus, fertig. So schaffst du auch mit wenig Zeit mehrere Pins pro Woche.
Der Nachteil: Es dauert. Pinterest braucht Zeit, um deine Inhalte zu indexieren und zu testen. Die ersten Wochen oder sogar Monate passiert gefühlt nichts. Viele geben hier auf, weil sie denken, es funktioniert nicht. Dabei baut sich im Hintergrund etwas auf.
Idea Pins: mehr Aufwand, aber mehr Sichtbarkeit?

Idea Pins sind mehrseitige, interaktive Inhalte – ähnlich wie Stories. Sie werden von Pinterest aktuell bevorzugt ausgespielt. Der Haken: Sie verlinken nicht nach außen. Du kannst also keinen direkten Affiliate-Link einbauen.
Idea Pins eignen sich eher, um deine Marke sichtbar zu machen, Vertrauen aufzubauen und Leute auf dein Profil zu ziehen. Von dort aus müssen sie dann selbst den Link in deiner Bio finden.
Für den Start nebenberuflich finde ich Idea Pins ehrlich gesagt zu aufwendig. Du brauchst mehrere Seiten Inhalt, ansprechende Grafiken oder Videos, und am Ende fehlt der direkte Klick auf deine Seite. Wenn du schon eine kleine Community hast, können sie funktionieren. Am Anfang? Nicht meine erste Wahl.
Pinterest Ads: schneller, aber mit Budget
Werbeanzeigen auf Pinterest funktionieren ähnlich wie auf Facebook. Du zahlst pro Klick oder Impression und deine Pins werden bevorzugt ausgespielt. Das kann den Prozess beschleunigen, vor allem wenn du eine gut konvertierende Seite hast.
Aber: Ads kosten Geld. Und wenn du gerade erst startest, weißt du noch nicht, welche Pins überhaupt funktionieren. Dann gibst du Geld für Tests aus, ohne zu wissen, ob es sich lohnt.
Mein Ansatz war: Erst organisch starten, schauen, welche Pins Klicks bringen, und dann – wenn überhaupt – gezielt die besten Pins mit ein paar Euro boosten. Nicht andersherum.
Was wirklich zu deinem Zeitbudget passt
Die meisten starten mit einer Stunde pro Woche. Vielleicht auch weniger. Dann ist die Frage: Was machst du in dieser Stunde?
Mein Vorschlag: Konzentriere dich auf organische Pins, aber strukturiert. Nicht wild drauflos pinnen, sondern mit System.
Ein konkretes Beispiel: Du hast einen Blogpost zum Thema „passives Einkommen mit Affiliate-Marketing". Daraus erstellst du fünf verschiedene Pin-Designs – gleiche Seite, unterschiedliche Grafiken und Überschriften. Jeder Pin bekommt einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung mit Keywords. Du pinnst einen pro Tag, verteilt über die Woche.
So machst du aus einem Inhalt mehrere Chancen, gefunden zu werden. Und nach ein paar Wochen siehst du: Welcher Pin bringt die meisten Klicks? Den kannst du später gezielt mit ein paar Euro bewerben.
Das ist realistisch machbar, auch neben dem Job. Und es baut etwas auf, das langfristig funktioniert.
Der häufigste Fehler: zu früh aufgeben
Die meisten scheitern nicht, weil Pinterest nicht funktioniert. Sie scheitern, weil sie nach zwei Wochen keine Ergebnisse sehen und aufhören.
Pinterest ist kein Sprint. Es ist ein Marathon, bei dem du am Anfang kaum Feedback bekommst. Keine Likes, keine Kommentare, keine großen Klickzahlen. Das fühlt sich frustrierend an, vor allem wenn du es von anderen Plattformen gewohnt bist, sofort Reaktionen zu sehen.
Aber hier ist der Unterschied: Pinterest arbeitet im Hintergrund. Deine Pins werden getestet, in verschiedenen Suchergebnissen ausgespielt, langsam indexiert. Nach ein paar Wochen oder Monaten zieht das plötzlich an – wenn du drangeblieben bist.
Was ich anders gemacht hätte: Von Anfang an realistische Erwartungen setzen. Nicht auf schnelle Erfolge hoffen, sondern auf Kontinuität. Lieber vier Pins pro Woche über drei Monate als zwanzig Pins in der ersten Woche und dann nichts mehr.
Was du diese Woche konkret tun kannst
Wenn du jetzt starten willst, dann fang klein an. Nicht perfekt, sondern machbar.
- ✓Erstelle dir einen Pinterest Business Account, falls noch nicht geschehen.
- ✓Such dir ein Tool für Pin-Designs. Canva ist kostenlos und hat fertige Vorlagen im Pinterest-Format.
- ✓Wähl ein Thema, zu dem du Affiliate-Links hast oder einen Blogpost schreiben kannst. Zum Beispiel „erste Schritte im Affiliate-Marketing" oder „nebenberuflich online Geld verdienen".
- ✓Erstelle drei unterschiedliche Pin-Designs zu diesem einen Thema. Unterschiedliche Farben, unterschiedliche Überschriften.
- ✓Schreib zu jedem Pin einen aussagekräftigen Titel und eine Beschreibung mit Keywords, die deine Zielgruppe suchen würde.
- ✓Pinne einen pro Tag, manuell oder mit einem kostenlosen Tool wie Tailwind (in der Basis-Version).
Das ist alles. Keine riesige Strategie, keine hundert Pins. Drei Pins, ein Thema, los geht's.
Fazit: Du brauchst keine Reichweite, aber Geduld
Pinterest ist eine der wenigen Plattformen, auf denen du wirklich ohne Follower und ohne große Vorkenntnisse starten kannst. Aber es ist kein Schnellstart-System. Es ist ein Weg, der sich aufbaut, wenn du ihm Zeit gibst.
Organische Pins sind für den nebenberuflichen Einstieg der realistischste Weg. Sie kosten kein Geld, brauchen keine Reichweite und funktionieren langfristig. Idea Pins und Ads haben ihre Berechtigung, aber später – wenn du weißt, was funktioniert.
Das Wichtigste ist nicht die perfekte Strategie. Es ist der erste Schritt. Und dann der nächste. Auch wenn es sich anfangs langsam anfühlt.
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Thomas Klußmann
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